Ein Unentschieden, das mehr als einen Punkt kostete
Atalanta verließ Florenz mit einem 2-2-Unentschieden, und nach allgemeiner Meinung war das Ergebnis weniger wichtig als das, was in den ersten Minuten passierte. Thomas Kristensen humpelte innerhalb der ersten fünf Minuten mit einem Problem am Oberschenkel vom Platz und erzwang damit einen frühen Umbau in einer Nacht, in der den Gästen wenig Tiefe im Kader zur Verfügung stand. [1] berichtet, dass er nach zwei Minuten ausgewechselt wurde, während ein zweiter Bericht desselben Portals es auf innerhalb der ersten fünf Minuten datiert. So oder so war seine Nacht fast vorbei, bevor sie richtig begonnen hatte.
Auf dem Platz ging Atalanta durch Charles De Ketelaere in Führung. Fiorentina antwortete dann durch Alieu Njie und João Mário und drehte das Spiel. Die Gäste schenkten die Partie aber nicht her. Das Unentschieden wurde als unterhaltsam beschrieben, half jedoch keiner Seite wirklich bei der jüngsten Form. Fiorentina kam nach drei aufeinanderfolgenden Liga-Niederlagen und mit mehreren Abwehrspielern auf der Behandlungsbank, daher war auch ein Heimpunkt nicht das, was sie wollten.
Nach dem Spiel sagte Maurizio Sarri, dem Club fehlen acht Spieler, dazu kommt Unsicherheit um Gianluca Gaetano, laut [2]. Die Schlagzeile aus Florenz dreht sich daher weniger um das Ergebnis als darum, wie dünn der Kader zunehmend wird.
Wer fehlte
Die Liste der Spieler, die für die Reise nach Florenz nicht zur Verfügung standen, ist lang und zieht sich durch alle Mannschaftsteile. Die bestätigten Berichte nennen Raoul Bellanova, Giacomo Raspadori, Isak Hien, Gianluca Scamacca, Sead Kolašinac, Odilon Kossounou und Franck Kessié als verletzungsbedingt ausgefallen. Das sind sieben Namen, bevor Kristensens frühes Ausscheiden mitgezählt wird.
Besonders auffällig ist die Defensivsituation. Hien, Kolašinac und Kossounou sind allesamt Innenverteidiger oder defensive Alternativen, und Bellanova ist ein Außenspieler, der normalerweise Breite auf der rechten Seite bringt. Da auch Kristensen ausschied, wurde die Abwehrkette während des laufenden Spiels neu aufgebaut. Weiter vorne fehlen Scamacca und Raspadori, was die Optionen im Angriff einschränkt, und Kessiés Ausfall nimmt eine Option im Mittelfeld.
Ein Hinweis zur Sicherheit der Angaben ist angebracht. Ein Bericht listet die Verletzungen mit einer Sicherheit von 0,85, ein zweiter, weniger detaillierter mit 0,7. Sie stimmen bei den gemeinsamen Namen überein, nämlich Bellanova, Hien, Kossounou und Scamacca. Kristensens Status wird nur in einem Bericht als fraglich angegeben, daher ist nicht bestätigt, wie lange er ausfallen wird. Sarris Zählung von acht und die sieben vor dem Anpfiff genannten Spieler unterscheiden sich nur durch die Art, wie Kristensen gezählt wird, und die Quellen nennen für keinen von ihnen Rückkehrtermine.
Eine Rückkehr und ein Fragezeichen
Es gab eine kleine positive Nachricht. Giorgio Scalvini kehrte in Atalantas Spieltagskader zurück und stand im Spiel gegen Fiorentina auf der Bank. Eine Rückkehr auf die Bank ist allerdings keine Rückkehr in die Startelf, und die Berichte sagen nicht, ob er eingewechselt wurde. Doch mit Kristensens Verletzung und mehreren ausgefallenen Abwehrspielern hat eine weitere defensive Option echten Wert, und seine Einsatzzeiten werden im nächsten Spiel genau zu beobachten sein.
Das Fragezeichen heißt Gianluca Gaetano. Sarri äußerte nach dem Spiel Unsicherheit über ihn, aber die Berichte liefern keine Details zu Art oder Schwere eines Problems, daher wäre es falsch, darüber hinaus etwas anzunehmen. Der praktische Punkt ist, dass der Trainer von Sorge spricht und nicht von Erleichterung. Die Krisen-Formulierung kam nur in dem Sinne vor, wie es die Schlagzeile wiedergibt: ein Kader, der überdehnt wird.
Für eine Mannschaft, die zweimal traf und auswärts führte, war die Offensivleistung nicht das Problem. Auffällig ist, dass Atalanta inzwischen in einer Serie torreicher Spiele steckt, und eine Abwehr, der mehrere Stammspieler fehlen, lässt sich kaum dicht halten. Die nächsten Trainingseinheiten werden Sarri zeigen, wie viele der acht bis zum Wochenende zurückkehren können.
Was es bedeutet
Die Tabelle liefert den Kontext. Atalanta steht mit 11 Punkten aus neun Spielen auf Rang 12 der Serie A, mit einer Bilanz von drei Siegen, zwei Unentschieden und vier Niederlagen, 16 erzielten und 17 kassierten Toren sowie einer Tordifferenz von minus eins. Das ist eine Mannschaft im Mittelfeld, nicht in Abstiegsgefahr, aber auch nicht dort, wo viele sie erwarten würden.
Die jüngste Form zeigt dasselbe Muster offener Spiele. Die letzten fünf Ergebnisse, neueste zuerst, sind ein 2-2 bei Fiorentina, ein 4-4 zu Hause gegen Frosinone Calcio, eine 2-3-Niederlage bei AC Milan, ein 3-1-Heimsieg gegen Venezia FC und ein 0-2 bei Juventus FC. Das sind fünf Punkte aus fünf Spielen, mit 11 erzielten und 12 kassierten Toren. Atalanta trifft, hält aber die Tore nicht vom eigenen Kasten fern, und zwei der letzten drei Spiele brachten zusammen acht Tore für und gegen die Mannschaft in einer einzigen Partie. Fehlende Abwehrspieler verstärken diese Sorge nur.
Das nächste Spiel ist Atalanta gegen Parma am 2. November in der Serie A. Die Prognose der Seite für diese Partie wird 24 Stunden vor dem Anpfiff freigeschaltet, daher gibt es noch keine Vorhersage zu zitieren. Was das Spiel verlangt, ist einfach: Kann Atalanta eine Partie eindämmen, die bisher tendenziell offen verlief, mit einer Abwehr, der womöglich erneut Stammspieler fehlen? Ein weiteres unterhaltsames Unentschieden würde sie im Mittelfeld halten, während eine saubere Leistung hinten das klarste Zeichen wäre, dass die Verletztenliste die Saison nicht bestimmt.