Eine lahme Nacht in Genua
Juventus reiste zum 9. Spieltag der Serie A nach Genua und kehrte mit einer 2:0-Niederlage zurück, [1]. Es war ihre zweite Niederlage in drei Ligaspielen. Dem Ergebnis gingen ein 2:0-Sieg in Lecce und eine 0:3-Heimniederlage gegen Lazio voraus, sodass der jüngste Lauf in beide Richtungen stark geschwankt hat.
Luciano Spalletti war danach deutlich. Er sagte, seine Mannschaft habe zu viele Zweikämpfe verloren, und es habe an Kampfgeist und Intensität gefehlt, [2]. Außerdem verwies er auf eine Verletzungskrise, eine dünne Kaderbreite und angesammelte Müdigkeit. Weston McKennie sah es ähnlich: Die Niederlage sei eher eine Frage von Einsatz und Umsetzung als von Taktik.
Das System veränderte sich im Spielverlauf. Spalletti verzichtete in Genua auf das System mit zwei Stürmern und stellte es in der zweiten Halbzeit wieder her, [2]. Vor dem Spiel hatten italienische Berichte eine 3-5-2 mit Nick Woltemade vorne nahegelegt, wobei Kerim Alajbegović als Partner oder Unterstützer gehandelt wurde. Randal Kolo Muani sollte Gefahr laufen, auf die Bank zu rutschen, allerdings handelte es sich dabei um Vorab-Berichte und nicht um eine bestätigte Aufstellung.
Ein Angriff ohne Antworten
Die Niederlage kam mit unangenehmen Zahlen. Juventus haben in neun Ligaspielen 11 Tore erzielt, und unter den Top Ten hat nur Cagliari weniger getroffen, [3]. Derselbe Beitrag führt sie in der Serie A auf Rang 18 bei den Expected Goals aus dem Spiel heraus (0,64) und auf Rang 16 bei den gesamten Expected Goals (0,93).
Diese Werte deuten darauf hin, dass das Problem mehr ist als eine schwache Nacht. Die Chancen kommen weder in ausreichender Menge noch in guter Qualität, und die Chancenverwertung konnte die Lücke nicht schließen.
Kolo Muani ist das deutlichste Beispiel. Er hat in dieser Saison in 11 Einsätzen drei Tore erzielt, davon nur eines in der Serie A, trotz neun Ligastarts, [4]. Spalletti hat eine flexible Rolle für ihn verteidigt: Er könne im offensiven Raum des 3-4-2-1 agieren, fast als offensiver Mittelfeldspieler oder Außenstürmer, [5]. Der Trainer betont außerdem, dass der jüngste Wechsel zu diesem System eine bewusste Entscheidung für die Zukunft sei und dass eine kleine Rotation genüge, um zwischen den Systemen zu wechseln. Die Frage ist, ob das Personal es kurzfristig funktionieren lassen kann.
Der Kader, den Spalletti nicht hat
Die Ausfallliste ist lang. Juventus nominierten für Genua einen 23-köpfigen Kader ohne Kenan Yıldız, Francisco Conceição, Nicolás González, Khéphren Thuram, Manuel Locatelli, Zeki Çelik, Jeff Ekhator, Arkadiusz Milik und Kamil Grabara, [6]. Italienische Presseschauen nannten zudem Rabiot, Moreira und Gila als nicht verfügbar sowie Loftus-Cheek als verletzt, [7].
Die Ausfälle treffen den Angriff und das zentrale Mittelfeld am härtesten, also genau die Bereiche, die Spalletti selbst angesprochen hat. Mehrere der Namen sind Stammspieler, daher geht es nicht nur um die Kopfzahl, sondern auch um die Qualität der Ersatzspieler. Im Ausgangsmaterial stehen keine Rückkehrtermine, daher ist unklar, wie viele bald zurückkehren.
Der Spielplan verschärft die Belastung. Spalletti sagte, Juventus hätten in neun Tagen drei Spiele absolviert und würden vor der Länderspielpause am 8. November noch vier weitere bestreiten. Er bezeichnete das als Risiko für Müdigkeit und Mentalität, [5]. Bei dünnem Kader und ohne Trainingszeit ist Rotation schwierig, und Fehler in der Regeneration oder bei der Intensität werden wahrscheinlicher.
Was es bedeutet
Juventus stehen mit 14 Punkten aus neun Spielen (vier Siege, zwei Unentschieden, drei Niederlagen) auf Platz 8 der Serie A, mit 11 erzielten und 10 kassierten Toren. Die Tordifferenz von +1 zeigt, wie knapp die Abstände sind. Vor der Niederlage in Genua waren sie Siebte, der Abstieg ist also gering, aber real.
Die Formkurve der letzten fünf Ligaspiele lautet Niederlage, Sieg, Niederlage, Unentschieden, Sieg: Genua auswärts 0:2, Lecce auswärts 2:0, Lazio zuhause 0:3, Cagliari auswärts 1:1 und Atalanta zuhause 2:0. Es ist ein inkonstanter Lauf, ohne zwei gleiche Ergebnisse in Folge, und sowohl die Heimniederlage gegen Lazio als auch die Niederlage in Genua endeten ohne Tor.
Das nächste Spiel stellt die bisher direkteste Frage. Juventus empfangen Napoli am 1. November, und [2], dass beide Teams bei 14 Punkten stehen, das Duell ist also ein direkter Kampf um Platzierungen. Eine Presseschau vor dem Spiel in Genua meldete zudem, Napoli-Trainer Massimiliano Allegri sei für zwei Spiele gesperrt und Benoît Badiashile sowie Leonardo Spinazzola seien verletzt. Diese Meldung erschien jedoch vor der letzten Runde und sollte erneut überprüft werden. Juventus müssen mehr Intensität und mehr Chancen aus einem dezimierten Kader finden. Die Prognose der Seite für das Spiel wird 24 Stunden vor dem Anpfiff gesperrt.
Quellen
- Football Italia: McKennie explains Juventus’ defeat: ‘Nothing to do with tactics’ football-italia.net ↩
- Football Italia: Spalletti: ‘Juventus lost duels all over the place, not ready to do battle’ football-italia.net ↩
- Football Italia: Worrying stats raise questions over Juventus’ attack football-italia.net ↩
- Football Italia: Spalletti set to drop Kolo Muani for Juventus’ clash against Genoa football-italia.net ↩
- Football Italia: Spalletti: ‘Juventus players wouldn’t dare to dictate the system we play with’ football-italia.net ↩
- Football Italia: Official: Spalletti names 23-man Juventus squad for Genoa football-italia.net ↩
- Football Italia: Today’s Papers – Double Napoli blow, Juventus drop Kolo Muani? football-italia.net ↩