Ein später Treffer entscheidet in Dortmund
Eintracht Frankfurt verließ Dortmund am 24. Oktober mit leeren Händen. Ein später Treffer von Maximilian Beier sicherte Borussia Dortmund einen 1:0-Sieg, laut [1]. Das Ergebnis brachte Dortmund an die Tabellenspitze und beendete eine Serie von zwei aufeinanderfolgenden Unentschieden der Heimmannschaft.
Für Frankfurt kam die Niederlage nach einem Spiel, in dem der Abstand bis kurz vor Schluss knapp blieb. Ein Ein-Tore-Spiel auswärts bei einem Team, das auf die Rückkehr in die Siegerspur aus ist, ist eine ganz andere Geschichte als die deutliche Niederlage bei RB Leipzig zwei Wochen zuvor. Die Gäste blieben lange genug konkurrenzfähig, um die Heimmannschaft zittern zu lassen. Späte Tore zählen aber genauso viel, und die drei Punkte gingen an Dortmund.
Der Kontext ist wichtig für die Einordnung. Frankfurt hatte ihr vorheriges Heimspiel gegen den 1. FC Köln mit demselben 1:0-Ergebnis gewonnen und kam deshalb mit etwas Rückenwind nach Dortmund. Stattdessen verließen sie das Stadion mit der zweiten Niederlage in drei Ligaspielen und einer Tabellenposition, die sie eher nervös nach unten als nach oben schauen lässt.
Kovacs Bank macht den Unterschied
Die entscheidende Geschichte spielte an der Seitenlinie. [2] berichtet, dass die Wechsel von Niko Kovac zum Siegtreffer gegen seinen früheren Verein führten. Beier gehörte zu den eingewechselten Spielern, und Jobe Bellingham kam ebenfalls von der Bank und bereitete das Tor vor. Der Wechsel wirkte also taktisch und ganz direkt.
Das ist der unangenehme Teil für Frankfurt. Ein eng umkämpftes Spiel wurde nicht durch eine individuelle Glanzleistung eines Startelfspielers entschieden. Es wurde von frischen Beinen entschieden, die in der Schlussphase kamen und im richtigen Moment zusammenspielten. Der Kicker sah darin ein weiteres Beispiel für Kovacs Gespür im Umgang mit dem Kader, und die Tiefe von Dortmunds Bank war an diesem Tag die sichtbare Lücke.
Wie Frankfurt auf Wechsel reagiert, wird das Trainerteam in den kommenden Tagen beschäftigen. Ein weitgehend sauberes Spiel über fast neunzig Minuten zeugt von Organisation. Die Null bis zum Abpfiff zu halten, erfordert nach den Wechseln des Gegners dieselbe Konzentration, und genau dort kippte das Spiel.
Wer bei Frankfurt starten sollte
Vor dem Spiel wurden Noëll Aséko und Elias Baum als voraussichtliche Startelf-Spieler von Eintracht Frankfurt genannt, allerdings war diese Erwartung mit geringer Sicherheit behaftet, und die Aufstellung sollte mit dem offiziellen Spielberichtsbogen abgeglichen werden. Beide wurden laut [1] als fit gemeldet.
Die Fitnesslage ist einer der wenigen klaren positiven Punkte der Reise. Im Ausgangsmaterial ist keine neue Verletzungssorge belegt, es gibt also keinen Hinweis darauf, dass die Mannschaft für das nächste Spiel umfassend umbauen muss. Fragen zur Aufstellung drehen sich eher um die Balance als um die Verfügbarkeit: wie man aus dem offenen Spiel zu zusätzlichen Toren kommt und wie man eine Führung oder ein Unentschieden im letzten Viertel des Spiels verteidigt.
Andererseits zeigen Dortmunds Beiträge von der Bank, wie wichtig Breite über eine lange Bundesliga-Saison sein kann. Frankfurt wird sehen wollen, ob die eigenen Joker die letzten zwanzig Minuten ähnlich beeinflussen können.
Was es bedeutet
Die Zahlen sind eindeutig. Frankfurt steht mit 8 Punkten aus 7 Spielen auf Platz 14 der Bundesliga, mit einer Bilanz von zwei Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen. Sie haben 10 Tore erzielt und 17 kassiert, was einer Tordifferenz von -7 entspricht. Auffällig ist vor allem die Gegentorzahl, die stark vom 6:0 bei RB Leipzig am 10. Oktober geprägt ist.
Die Form der letzten fünf Spiele lautet N, S, N, U, S: 2-1-2 in diesen Partien, mit sechs erzielten und zehn kassierten Toren. Das ist das Profil einer inkonstanten Mannschaft. Sie kann auswärts bei Mainz 3:1 gewinnen und zu Hause Köln schlagen, kann aber auch sechs Gegentore kassieren oder knapp bei einem Spitzenteam verlieren. Das Spiel in Dortmund kam der besseren Version dieses Teams nahe, auch ohne Punkte.
Das nächste Spiel ist eine klare Chance. Frankfurt empfängt am 1. November Hamburg in der Bundesliga. Die Prognose der Seite für dieses Spiel wird 24 Stunden vor Anpfiff veröffentlicht, deshalb gibt es noch keine Vorhersage. Die Frage, die das Spiel stellt, ist einfach: Kann Frankfurt eine konkurrenzfähige Leistung zu Hause in Punkte ummünzen, und können sie eine Partie ausgeglichen oder vorne halten, wenn der Gegner sein Personal wechselt? Ein weiterer Erfolg wie der Sieg gegen Köln würde den Druck lindern. Ein Ausrutscher würde Frankfurt im hartnäckigen Mittelfeld bis Tabellenmitte-unten festhalten und weitere Fragen zu einer Abwehr aufwerfen, die viel zu leicht zu öffnen ist.