Eine dezimierte Abwehr
Barcelona geht mit einer dünnen Abwehr in das Heimspiel gegen Alavés am 31. Oktober. Laut [1] hat Hansi Flick bestätigt, dass vier Verteidiger nicht zur Verfügung stehen: Jules Koundé, Eric García, Andreas Christensen und Xavi Espart. Der Bericht führt jeden von ihnen als ausgefallen auf, weshalb Flick in der Defensive kaum Spielraum zum Rotieren hat.
Der Zeitpunkt macht die Lage schwieriger. Die Mannschaft hat innerhalb einer Woche zweimal verloren, 2:4 auswärts bei Paris Saint-Germain in der Champions League und 1:2 zu Hause gegen Real Madrid im Clásico. Neun Gegentore in den letzten fünf Partien sind eine auffällige Entwicklung für ein Team, das in der Liga zuvor gut verteidigt hatte. Koundés Ausfall wiegt am schwersten, denn auf der rechten Verteidigerposition gibt es nach den vorliegenden Informationen keinen offensichtlichen erfahrenen Ersatz.
Keine der Quellen nennt einen Zeitplan für eine Rückkehr, und wir werden keinen spekulativ angeben. Die Fakten besagen nur, dass alle vier für diese Partie fehlen. Flick muss eine Abwehr aus den verbleibenden Spielern formen, und die Frage ist, wer die frei gewordenen Positionen besetzt.
Fariñas und die Frage der Rechtsverteidigung
Die auffälligste Aussage aus Flicks Pressekonferenz betrifft Brian Fariñas. [1] berichtet, dass der junge Spieler im Spiel gegen Alavés auf der rechten Verteidigerposition sein Pflichtspieldebüt für die erste Mannschaft geben könnte. Flick sagte, Fariñas verdiene es, jetzt zu spielen. Laut demselben Bericht hat er die Position in der Vorbereitung schon gespielt, sie ist ihm also nicht völlig neu, auch wenn er dort gewöhnlich nicht eingesetzt wird.
Der Status ist eher ungewiss als bestätigt. Flick erwägt die Option, kündigt sie aber nicht an, und die Aufstellung wird die Frage entscheiden. Ein Debüt unter diesen Umständen birgt sowohl Chance als auch Risiko. Fariñas würde vor einem Heimpublikum stehen, das gerade zwei Niederlagen gesehen hat, und er müsste eine Rolle übernehmen, die normalerweise einer der vertrauenswürdigsten Verteidiger des Teams innehat.
Die öffentliche Unterstützung durch den Trainer sagt selbst viel aus. Flick stellte die Nominierung als verdient, nicht als Notlösung dar und erklärte, der Nachwuchsspieler habe sich seine Chance erarbeitet. Ob er spielt oder nicht, die Botschaft an den Kader lautet, dass die Verletztenliste ihn nicht davon abhalten wird, auf Spieler aus der eigenen Jugend zu setzen. Für ein Team, das nach dem Clásico unter Druck steht, ist das eine klare Entscheidung.
Der Clásico-Kater und der Test gegen Alavés
Die Niederlage gegen Real Madrid prägt die Diskussion weiterhin. Ein Porträt der [2] über die Karriere von José Mourinho nutzte den 2:1-Sieg Reals als zentrales Beispiel. Dort wird erwähnt, dass Vinicius Jr. für dieses Spiel gesperrt war, und das 4-4-2 von Real sowie die Manndeckung gegen Pedri beschrieben. Der Beitrag ist größtenteils eine Analyse von Mourinhos allgemeiner Philosophie, doch die Beschreibung der engen Manndeckung gegen Pedri zeigt, wie Gegner versuchen könnten, das Mittelfeld Barcelonas zu stören.
Alavés haben ihre eigene Geschichte. Ein Beitrag von [3] erinnert daran, dass Ville Koskis Leistung gegen Barcelona in der vergangenen Saison seine Rolle im Verein veränderte. Unter Quique Sánchez Flores hat er 12 der letzten 13 Spiele begonnen, und Alavés haben seitdem die Kaufoption für seine Leihe gezogen. Der Artikel ist rückblickend und enthält keine Informationen zur Mannschaft für dieses Spiel, sodass er nichts darüber aussagt, wie Alavés auflaufen werden.
Was er zeigt, ist eine Gastmannschaft mit einem eingespielten Mittelfeld und einem Spieler mit Vorgeschichte gegen Barcelona. Gegen eine Abwehrreihe, der vier Spieler fehlen, ist das bemerkenswert, auch wenn wir nicht mehr behaupten sollten, als die Quellen hergeben.
Was es bedeutet
Barcelona stehen nach zehn Spielen mit 27 Punkten weiterhin an der Spitze von La Liga, gestützt auf neun Siege und eine Niederlage, bei 40 erzielten und 11 kassierten Toren. Diese Bilanz verschafft ihnen einen Puffer. Die Clásico-Niederlage war ihre einzige Liganiederlage, und die Tabelle bildet den jüngsten Formeinbruch bisher noch nicht ab.
Die Formkurve erzählt eine gemischtere Geschichte. Vor den letzten beiden Niederlagen schlug Barcelona Getafe 3:0, Galatasaray 4:1 und Real Betis 5:2 und erzielte in drei Spielen 12 Tore. Dann folgten die Niederlagen gegen PSG und Madrid, in denen sie sechs Gegentore kassierten. Der Angriff funktioniert offensichtlich gut; der Druckpunkt ist die Abwehr, und die ist nun auf vier Spieler verzichten.
Das Spiel gegen Alavés wirft also eine konkrete Frage auf: Kann eine notdürftig zusammengestellte Abwehr, möglicherweise mit einem Debütanten auf der rechten Seite, standhalten, während die Stürmer weiter treffen? Die Prognose der Seite für dieses Spiel wird 24 Stunden vor dem Anpfiff gesperrt, daher wird hier keine Vorhersage getroffen. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Barcelonas Tabellenführung vorerst sicher ist, doch ein weiterer Rückschlag würde aus einer Zweispiel-Schwächephase ein Muster machen.