Eine Strafe, die Verstappen um eine Reihe zurückwirft
Max Verstappen hat im Qualifying zum Großen Preis von Mexiko-Stadt die schwere Arbeit erledigt und Platz vier geholt. Die Stewards haben ihm danach einen Platz abgezogen. Laut [1] erhält er eine Startplatzstrafe von einem Platz wegen Kontakts mit Liam Lawson im zweiten Freien Training. Dadurch startet er aus der dritten statt der zweiten Reihe.
Ein einzelner Platz klingt nach wenig, aber auf einer Strecke, auf der der Weg zur ersten Kurve lang und dicht gedrängt ist, kann eine Reihe weiter hinten viel ausmachen. Verstappen wird Autos vor sich haben, die im letzten Freien Training schneller waren, und in den ersten Runden wird er ebenso sehr verteidigen wie angreifen müssen.
Derselbe Bericht besagt, dass Verstappen und Lawson den Vorfall inzwischen bereinigt haben. Lawson wartet noch auf eine Entscheidung über seinen Platz für 2027, und Verstappen hält sich dazu bedeckt. Die Strafe wirkt eher wie eine Rennsituation, die zwischen den beiden Fahrern geklärt wurde, als wie eine anhaltende Fehde.
Das Training zeigt ein Auto hinter der Spitze
Das letzte Freie Training gab ein klareres Bild davon, wo Red Bull stehen. [2] berichtet, dass Lando Norris die Sitzung mit 0,001 s Vorsprung auf Kimi Antonelli gewann, wobei die vier besten Teams sehr eng beieinanderlagen. Red Bull fuhr hinter dieser Gruppe.
Verstappen war Fünfter, 0,351 s hinter Norris, und hatte Probleme mit den Bremsen. Bremsprobleme lassen sich mit Setup-Änderungen in den Griff bekommen. In der dünnen Luft von Mexiko-Stadt ist die Kühlung jedoch ein ständiges Thema, und ein Fahrer, der dem Pedal nicht vertrauen kann, verliert tendenziell über eine Runde und über einen Stint Zeit.
Isack Hadjar landete unter den Top 8 und bezeichnete seinen Red Bull als das schlechteste Auto, das er an diesem Wochenende gefahren ist. Diese Aussage bezieht sich nur auf seinen eigenen Lauf und sollte mit Vorsicht gelesen werden, da er trotzdem unter die besten Acht kam. Sie deutet aber darauf hin, dass sich das Auto am Wochenende nicht leicht in ein komfortables Fenster bringen ließ.
Liam Lawson wurde Neunter, vor seinem Rookie-Teamkollegen Arvid Lindblad, der die Top 10 abschloss.
Der Windkanal wird vorerst nicht helfen
Vom Werk kommt keine schnelle Lösung. [3] berichtet, dass der neue Windkanal von Red Bull in Milton Keynes noch nicht fertig ist und voraussichtlich irgendwann in der Saison 2027 in Betrieb geht.
Dem Bericht zufolge wird er vermutlich der zweiten Hälfte des Autos von 2027 und dem größten Teil des Autos von 2028 zugutekommen. Teamchef Laurent Mekies sagt, die Anlage solle langfristig einen Wettbewerbsvorteil bringen, doch ein unmittelbarer Gewinn sei nicht zu erwarten.
Dieser Zeitplan ist wichtig für die Einordnung dieses Wochenendes. Was Red Bull in Mexiko finden, muss aus den aktuellen Entwicklungswerkzeugen und aus der Setup-Arbeit an der Strecke kommen. Die neue Anlage ist eine langfristige Investition und beantwortet nicht die Fragen zu Bremsen und Balance, die im Training aufgetaucht sind.
Was es bedeutet
Red Bull liegen mit 379 Punkten aus 19 Rennen auf Rang drei der Formel-1-Weltmeisterschaft, im Schnitt knapp 20 Punkte pro Rennen. Das ist ein starker Ertrag für ein Team, das im letzten Freien Training hinter den vier Besten lag, und deutet darauf hin, dass die Ergebnisse vor allem auf Verstappens Fähigkeit beruhen, mehr aus dem Auto herauszuholen, als die reine Rundenzeit erwarten lässt.
Mexiko stellt das erneut auf die Probe. Verstappen startet nach der Strafe aus der dritten Reihe, mit noch ungelösten Bremsproblemen und einem Rückstand von rund einer Drittelsekunde auf die schnellste Zeit im letzten Freien Training. Für ein Podium braucht es einen sauberen Start und ein Auto, das auf den Bremsen verlässlich bleibt.
Das größere Bild zeigt ein Team, das das aktuelle Auto maximal ausreizen muss, während der Windkanal noch ein Projekt für 2027 ist. Die Eingaben enthalten keine Modellprognosen für Podien bei diesem Rennen, daher macht dieser Beitrag keine vorhergesagte Zielreihenfolge. Die Fakten sprechen dafür, dass ein Punkteplatz die Basis für Verstappen ist, und mehr nur, wenn die Gegner vor ihm Fehler machen.
Quellen
- Autosport: Verstappen clears the air with Lawson, but keeps opinion on Racing Bulls F1 seat to himself motorsport.com ↩
- Autosport: F1 Mexico GP: Norris tops final practice by 0.001s from Antonelli autosport.com ↩
- Autosport: Red Bull provides timeline for long-awaited new F1 wind tunnel motorsport.com ↩